Monatsarchiv: Juni 2014

Finally….

..ich bin ein UHU (wiege weniger als 100kg…für die, die denken ich bin plötzlich so eine Art ehrwürdige Eule und freu mich drüber)

Eigentlich hasse ich diese albernen Bezeichnungen und Phrasen wie „in alte Gewohnheiten/Muster zurückfallen“, „die Ernährung umstellen“, etc.. aber ein UHU bin ich nun, offiziell seit vorvorletztem Dienstag, denn da zeigte auch die Waage im Zentrum zum ersten mal vor dem Komma nur noch 2 Stellen..und dahinter eine 5. Ein Wahnsinns-Gefühl. Wobei man sagen muss, es ist nur eine Zahl auf der Waage. Morgens, entleert und nackig auf der Waage hatte ich sie schon vor ein paar Tagen mal, aber eben nicht beständig..wie jetzt seit den Dienstag. Ein kleines Highlight in der Früh aber beim Frühstück schon wieder vergessen..was an sich zeigt, dass das Gewicht nicht alles ist. (Ge)Wichtig für mich ist eher die sich immer noch verändernde Form meines Körpers..also das er eine definierte hat. Und die sieht man und fühlt man, egal ob ich manchmal nur von links nach rechts laufe, mich im Spiegel oder nem Fenster seh , mich am Rücken kratze und dabei keine Röllchen und Poster fühle sondern feste Muskeln und Knochen.. unter schlabbriger Haut, klar, aber ich fühle sie .. und ich sehe sie. Oder ich sitz im Auto und sehe wie dünn meine Oberschenkel geworden sind.. oder pass einfach so in einen Stuhl mit Lehne..recht und links schnürt nicht nur nix ein, es bleibt auch noch Platz. irre.

Das mag für jemanden der nie so fett war wie ich nix Besonderes sein aber man muss sich mal vorstellen, dass ich ja eigentlich seit der Grundschule, 2./4. Klasse dick war. Nicht irre dick aber auch alles andere als schlank oder nur ein bisschen mollig. Ich kenn das also garnicht, wie das ist, so einen Körper zu haben. Und deshalb bin ich schon auf eine Größe 44746 stolz und hab kein Problem damit sie zu zeigen.. naja fast kein Problem, den Bikini, den ich mir schon gekauft habe werde ich mir erst noch ein bissl im Fitnessstudio erarbeiten. Aber ich hab am WE unzähliche gleichfigürliche gesehen, die ohne Bedenken „indermitteohne“ rumlaufen.. warum also ich nicht?

Shoppen wird auch grad zur Droge. Kein Wunder, ich kann einfach so in nen Laden gehen und muss nicht am Ende der Stange suchen sondern kann mittendrin  anfangen zu probieren. Das klingt normaler als es für mich ist. War am vorletzten Freitag mit Schwester und Mama shoppen, und wir waren in Läden wo ich früher nur andere mit Kleidern versorgt habe, für mich musste ich da nicht mal gucken und wenn es was in großen Größen gab, dann war man da mit zwei Blicken durch. Jetzt kann ich tatsächlich nicht nur selber gucken, ich habe Auswahl. Ich kann es mir leisten, wählerisch zu sein. Klingt jetzt vielleicht dramatischer als es ist, ich hab immer was zum Anziehen gefunden und musste auch aus Not nie was tragen das mies aussah. Aber es ist einfach eine Umstellung, in einem Laden wirklich gucken zu können, nicht vorher schon zu wissen, dass es eh nix gibt. So hab ich dann auch gleich ein schönes Kleid erstanden und Sonntags drauf stolz getragen. Bis zum Knie gehts..kräftige, muskulöse Waden habe ich immer noch, blaue Flecken, Tattoo und Kratzer auch.. aber das ist auch OK so, so dünne, grazile Stelzchen werde ich nie haben…da muss ich nicht drauf warten.

Am WE konnte ich sogar in meinem Kinderzimmerkleiderschrank shoppen gehen, da ging nämlich noch ein altes Jeanskleid von mir, das ich früher (ja, das darf man sagen, wenn es mehr als 10 Jahre zurück liegt, auch wenn man erst 32 ist.) sehr gerne getragen habe…zuletzt mit 15 glaube ich.. reingeschlüpft..und es passt..irres Gefühl.

Und beim Paddeln am WE war mal nicht meine Seite vom Boot die tiefste Stelle..auch cool. Man ist doch um einiges unbeschwerter unterwegs. Und auf den Fotos erschrickt man nicht angesichts der Masse die da erst richtig sichtbar wird.. man denk, joa, so seh ich jetzt aus. Früher ist mir auch immer erst auf Fotos so richtig klar geworden wie dick ich eigentlich bin. Man gewöhnt sich doch erschreckend schnell and ie einen umgebende Masse, man blendet sie schlichtweg aus. Und es sind dann immer Kleinigkeiten die einen erinnern, was die Realität ist. Ein Stuhl, der garnicht soo eng aussieht, es dann aber doch ist. Ein Drehkreuz bei dem man sich seitlich dreht um nicht anzustoßen.. und auf das man hinterher ungläubig guckt…pass ich da wirklich nicht durch??? Eine Hose die auf der Wäschespinne neben der eines „Normalos“ hängt.. und sooo viel mehr Platz braucht..

Der Blick ist oft ziemlich verklärt. Auch sagt einem ja nicht ständig jemand, Mann bist Du fett.. warum eigentlich ? Klar, man ist generell höflich und will niemandem zu nahe treten. Schade eigentlich. Ich spreche hier sicher nicht für die breite Masse aber eben für mich. Und ich wäre dankbar gewesen hätte jemand mich gepackt und gesagt: So geht das jetzt nicht mehr weiter, wir machen was. Ich kann natürlich verstehen, dass das keiner macht, wäre ja Arbeit und man könnte sich ne blutige Nase holen. Das macht kein Fremder einfach so….aber auch kein Freund? kein Familienmitglied? Warum? Weil man ggf. zickig reagiert? Und zuerst mal blockt? Was erwartet man denn? Ich glaube es kommt hier zu seeehr viele Missverständnissen. Man hat als Dicker nicht nur einen Fettpanzer, oft auch einen künstlichen Selbstbewusstseinspanzer, der einen sehr viel resoluter erscheinen lässt als man ist. Der oft vorhandene und geliebte Humor von Dicken ist nicht selten nur eine Schutzfunktion, zumindest zu einem großen Teil.. soo lustig ist das Leben nämlich nicht.. aber es geht einfacher wenn man sich selbst drüber lustig macht…bevor es andere machen.

Ich für meinen Teil hab mir insgeheim immer gewünscht, dass jemand mal so viel Interesse und Engagement zeigt, mit mir über den ersten Satz hinaus übers Abnehmen zu sprechen. Ich bin (mittlerweile) ziemlich schlagfertig und wohl auch immer schnell sehr direkt, so dass alle schnell eingeschüchtert sind.. sich entweder denken, ok, die will nicht, ok, die hats im Griff..was selten stimmt. So hab ich schon sehr früh reagiert. Ich weiß es noch wie heute: ich war auf der Waage gewesen, Mama war dabei, ich wog 60 Kilo, viel zu viel für mein Alter, dass ich ehrlich vergessen habe, schätze 10/11.. Meine Mama fragte: Und, was willst Du nun tun? Ich sagte: Gewicht halten, reinwachsen.. Damit war das Gespräch zuende..mit einem Lacher auf beiden Seiten.

Das Problem war aber alles andere als gelöst. In der Teenie-Zeit hab ich dann beim BRAVO-Lesen öfter mal Berichte über Programme für dicke Kinder gelesen und die dann zuhause rumliegen lassen, in der Hoffnung, dass man mich drauf anspricht, ob ich nicht auch mal sowas machen will.. direkt zu fragen hab ich mich nie getraut.. dabei wäre es mein sehnlichster Wunsch gewesen. Aber direkt um Hilfe bitten, das kann ich bis heute nicht. Und das ist sicher auch ein Grund, warum ich so dick geworden bin. Es ist eine Art Teufelskreis: Du bist unsicher, wirst gehänselt, frisst den Frust und die Enttäuschung in dich hinein, legst Dir nach und nach ein dickeres Fell zu, wirst schlagfertiger, wirst krasser behandelt, reagierst krasser bis man denk es macht dir nix aus.  Lässt dir keine Schwächen anmerken, fragst nicht um Hilfe. Und weil es so einfacher ist, bietet auch keiner welche an. Und das gipfelt dann irgendwann darin, dass deine so über die Jahre gewachsene resolute Persönlichkeit wohlwollende Menschen davon abhält Dir Hilfe anzubieten, a) weil sie denken du schaffst es allein (auch wenn das offensichtlich falsch ist) und/oder b) du Angebote und vorsichtige Nachfragen automatisiert mit kecken Sprüchen abschmetterst, ohne es zu wollen, reflexartig. Was am Ende herauskommt ist alles andere als zufriedenstellend oder gesundheitsförderlich. Ich reagiere wirklich oft vorschnell, reflexartig. Nicht selten denke ich Bruchteile von Sekunden später: Musste das sein? Das Gegenüber ist verprellt, beleidigt, verletzt und unternimmt keinen weiteren Versuch mehr. Was ich persönlich aber wiederum nicht nachvollziehen kann. Bei Leuten die mich nicht gut kennen, OK, die denken ich wills nicht anders. Aber bei Leuten die mich gut kennen, mit denen ich darüber gesprochen habe,..die wissen dass das für mich ein Problem ist, und die wissen dass impulsive Reaktionen bei mir nicht immer ernst oder persönlich zu nehmen sind.. warum haken die nicht nach? warum lassen die auch alles gleich fallen? bin ich nicht wichtig genug um mal hinter die Fassade zu gucken? Lohnt der Aufwand nicht?

Wenn ich jetzt Bilder von vor gut einem Jahr ansehe denke ich: wenn dieses Aussehen kein Hilfeschrei ist, was dann? Wie kann man ernsthaft glauben dass jemand so glücklich ist? Wie kann man glauben dass sich so jemand im Griff hat und in der Lage ist, sein Leben zu überleben?

Ich bilde mir ein genau diese Scheu vor dem ggf. schmerzhaften Blick hinter die Fassade gegenüber anderen nicht zu haben und ecke deshalb immer wieder an..aber ich habe eben den Drang, Probleme anzugehen und zu lösen, sei es schmerzhaft, es geht einem danach umso besser.. grade wenn man sich eigentlich nicht öffnen will, mir tut es immer gut, wenn mich dann doch jemand knackt und mit mir gemeinsam die Wurzeln des Problems erkundet. Aber es ist natürlich unbequem und längst nicht jeder hat den Mut oder die Lust dazu. Verdrängen ist einfach viel zu bequem..bis zu einem bestimmten Punkt. Und auch diese Beharrlichkeit ist nicht einfach. Noch immer bin ich nie sicher, dass das gegenüber den Einsatz zu schätzen weiß, ihn will oder einfach nur erduldet um nicht noch mehr konfrontiert zu werden. mein Wunsch an dieser Stelle: Mund auf, sagt was ihr wollt udn was nicht. Ich mach lieber ein bisschen zu viel als auch nur einen Funken zu wenig. Schlichtweg weil ich erlebt habe wie es ist, wenn eben genau dieser Funken fehlt.

Was sehr schwer ist: sich selbst zu unterstützen, also Helfer und Geholfener in einem zu sein. Und es ist ggf. auch einfacher anderen zu helfen als sich selbst mit den eigenen Problemen auseinanderzusetzen und sie anzugehen.  Manche Probleme, das sei hier zugegeben, lösen sich auch von alleine in Wohlgefallen auf, wenn man sie aussitzt.. aber das fällt mir seeehr schwer…einfach abwarten, dass jemand oder die Zeit sich meiner annimmt…Warten ist keine meiner Stärken.

Ich bin sehr froh, dass ich schlussendlich dann doch die Kurve bekommen habe und mir Hilfe gesucht habe. Und sicher atmen auch Freunde und Verwandte auf, dass ich es selbst geschafft habe und sie nicht mehr intervenieren müssen.

Im Hinblick auf den UHU-Status: damit das konsequent so bleibt haben wir gestern mal festgelegt, dass ich nochmal eine Punkte-Stufe runterspringe, also wieder weniger esse um ein paar Sicherheitskilos zwischen die böse 100 und mich zu bringen.. gestern waren es schon 1,1 aber es sollen ein paar mehr werden, nur zur Sicherheit, dieses Pendeln um die 100 ist nämlich nervig und demotivierend. Also heissts: ein bisschen einschränken und gucken was passiert.. die Reduktion in der Stabilisierungsphase ist durchaus OK, wenn man sein Gewicht über mehrere Wochen mehr oder weniger gehalten hat und das habe ich ja. Einige Gruppenkolleginnen reduzieren auch nochmal stärker, beuteln wieder tageweise, aber das wäre mir jetzt zu krass, auch wenn ich noch weit vom Ideal-Gewicht entfernt bin. Wohlfühlgewicht hab ich schon, zumindest für jetzt, und will meinem Körper nicht zu viel zumuten.

Hui, so bin ich vom UHU zum Problemlöseenthusiaten geworden..in knapp 1800 Wörtern.

 

 

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Maki Sushi..mal ohne Reis

Ich habe ja schon in einem vorherigen Beitrag angekündigt, das Rezept aus dem violetten Logi-Kochbuch mal wieder aufzugreifen.. nun war es soweit und ich habe mich einer wahren Sushi-Orgie hingegeben.

Natürlich ohne den geliebten Lachs aber mit meiner Meinung nach durchaus probaten Ersatzfüllungen. Das Sushi mit deutlich weniger Kohlehydraten als die klassische Reis-Variante besteht im Wesentlichen aus Blumenkohl. Den schreddert man mit dem Gemüsehobel oder ähnlichem in kleine Flöckchen bzw. Stückchen, das geht auf einem V-Hobel mit der feinen Streifenplatte sehr schnell und gut. Wenn die Stückchen nicht so gleichmäßig sind macht das nichts. Ich habe das Geschredder dann in einer Schale für ca. 90 Sek. in die Mikrowelle gepackt, bei 800W, so dass sie ein wenig angegart und leichter verdaulich sind. Für einen vollen Teller Sushi, also 3 Rollen Makis aus 3 Nori-Blättern reichen ca. 300-400g Blumenkohl. Den vermischt man dann mit gut 2EL Frischkäse, ich nehme hier immer noch gerne den fettarmen, mit 4-5% Fett von Exquisa oder der Netto-Eigenmarke. Gewürzt wird mit ein paar Spritzern Reisessig (nicht zu viel, sonst wirds zu flüssig, Blumenkohl saugt nicht so gut wie Reis). Ist die Masse etwas abgekühlt, gibt man sie in einer max. 1cm dicken Schicht auf eine Hälfte des Nori-Blattes (immer schön auf die rauhe Seite und rechts und links 1 cm frei lassen, damit beim Rollen nichts rausquillt). Dann kann nach Wunsch belegt werden.

BKsush 1 BKsush 2

 

 

 

 

 

 

Bei mir gab es zwei Varianten: einmal in der Kombination rote Paprika und geräuchertes Forellenfilet und einmal mit Flusskrebsen . Natürlich gehen auch Gurke, Avocado und alles was man sonst in den köstlichen Röllchen findet, ganz nach Geschmack und  – für Optifastler – was das Punktekonto hergibt. Dann wird mit Hilfe einer Bambusmatte klassisch gerollt, alles schön fest zusammendrücken, den freien Teil der Norialge ggf. anfeuchten, damit alles schön verklebt und die Rolle stabil hält. Mit einem scharfen Messer und etwas Fingerspitzengefühl lassen sich dann schöne Makis abschneiden. Mit Sojasauce und Wasabi bzw. Meerrettich schmeckts fast wie das Original..

Und nach folgendem Rezept hat eine wirklich große Portion grade mal 3♥ 2♥ 1♥

Zutaten:

400g Blumenkohl                                     2♥

60g Frischkäse 5%                                    2♥

etwas Reisessig oder Sushi-Würze

3 Noriblätter                                              1 Blatt hat 1g KH, alle 3 also 0,3♥

etwas Wasabi oder Meerrettich             10g haben 0,1♥ und 1♥

Sojasauce zum Dippen                            50ml haben 0,25♥

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