Monatsarchiv: November 2014

nach 52 Wochen…time to show face

Jaaa, nun ists schon fast 4 Wochen her, das Jawort und all die damit verbundenen fantastischen Feierlichkeiten inkl. der direkt angeschlossen angetretenen Hochzeitsreise. Alles schon vorbei.

Es war herrlich schön und – im Schulterblick zurück – gewichtstechnisch gar kein Drama. Ja, ich habe jetzt ein paar Kilos mehr, ca. 2-3, aber das ist auch nicht verwunderlich.

Die Hochzeit selber war essenstechnisch kein Problem. Ein Gläschen Sekt, danach nur noch Wasser und mir hat sowas von nix gefehlt. Ehrlich. Das Essen war noch viel besser als ich es mir beim Lesen der Speisekarte ausgemalt hatte. Wirklich erstklassig und es ist eine Schande, dass man nicht den ganzen Abend nur gegessen hat sondern noch soo viel wunderbare andere Sachen zu tun hatte. Kritisch ist natürlich der Kuchen- und Tortenkonsum an solch einem Tag.. Unsere wunderbare Hochzeitstorte, eine von der Schwiegermama in ca. 40 Arbeitsstunden aus u. A. 70 Eiern gezauberte schokoüberzogene vierstöckige Baumkuchentorte war der Knüller.. und mehr als ein kleiner Schnitz ist davon ganricht auf einmal zu verzehren. Ebenso mächtig in gleich mehrfacher Hinsicht war die Überraschungstorte von meiner kleinen Schwester, die Ihr lieber Ingenieurskollege gezaubert hat. Ein 21 Kilo Monstrum in meeresblau mit DLRG-Rettungsboje und Airbrush-Haien..innen leckerste Schwarzwälder-Kirsch-Torte mit viiiiiiel Schokolade. Die ging allerdings zu gut 95% in die Mägen unserer Kollegen, eine Hälfte noch vor der Reise an die Koblenzer, die andere Hälfte nach 2 Wochen Aufenthalt im Gefrierschrank dann an meine Stuttgarter Kollegen. Die Hochzeitstorte ist zu gut 70% noch eingefrohren und bleibt das wohl zugunsten des Gewichts auch in Großteilen erstmal noch.

Ja, aber damit der Kohlenhydratparties noch nicht genug.. dann gings auf die Île de La Réunion, Mauritius französische Schwester im indischen Ozean..die Insel der Vanille und der leckeren aber fürchterlich öligen Carris, würzige Eintopfgerichte mit Gemüse und Fleisch oder Fisch.. Genossen haben wir die lokale creolische Küche vor allem im Pipin D‘ Amour, einerm charmanten Table et Chambre d´Hôte im wilden Süden der Insel.. hier kocht die Hausherrrin abendlich formidable Dreigangmenüs aus lokalen Spezialitäten wie eben der Pinpin, einer kartoffelartigen Frucht der Vacoa-Palme. Und das ist garnicht so einfach. Kartoffeln muss man bekanntlich nur schälen, die Pinpin hängt hoch an mindestens 4 Jahre alten Palmen und wirft nach einem Jahr Reifungszeit erstmal ihre herrlich nach Mango duftenden aber nicht verwertbaren Kerne ab. Dann muss das Überbleibsel ein weiteres Jahr an der Palme reifen bis man es schälen und zubereiten kann.. und dazu muss man es mit einer irre scharfen Machete erstmal schälen und zerteilen und dann noch 2h kochen. Daraus kocht die Madame de Cuisine dann wunderbare Gratins oder Salate.. herrliche Vorspeise. Daran anschließend gab es dann landestypische Linsen oder eben dieses unglaubliche Tintenfisch-Carri, mit viel Zitronengras.. ein Gaumenschmaus, dazu etwas Reis und herrlich scharfe Rougail, Tomaten-Chili-Salsa. Im Anschluss dann, ganz französisch, angelehnt an die gute Tarte Tartin, ein Traum  von Kuchen mit Papaya. Begleitet wurde das alles von herrlichem Wein aus Südfrankreich (so bezeichnet sich augenzwinkernd das kleine Weinanbaugebiet in Cilaos, einem der drei Talkessel der Insel) und natürlich vorab einmal quer durch die Bar der diversen Sorten Rhum arrangé. Mein Favorit: natürlich Pinpin und Bitterorange.

Ja, nach der Beschreibung liegt wohl auf der Hand, das allein eines dieser Abendessen leichtfertig das Punktekontingent von locker zwei Tagen sprengt. Bleibt zu sagen, dass wir uns das ja nur zwei Tage gegönnt haben, plus einen weiteren ausschweifenden Abend im vorletzten Hotel, wo ein creolischer Abend angeboten wurde.

Ansonsten bestanden unsere Mahlzeiten abseits vom Frühstück aus üppig belegten Picknick-Baguettes. Denn Picknick ist eine Leidenschaft der Insulaner.. ich habe noch nirgends so viele, so große und so liebevoll angelegte und gepflegte Plätze für solche Aktivitäten gesehen wie auf dieser Insel..mit so herrlichen Aussichten auf Meer, Wälder, Täler oder Berge und Vulkane. So gab es dann immer ein halbes Baguette mit Thunfisch, Tomaten, Corned Beef, Camembert und/oder Salami, gerne ergänzt mit Gurken oder Grünzeugs…fürs gute Gewissen..dazu Unmengen, aber wohl immer noch zu wenig Wasser.. Und dann in 14 Tagen vier Tageswanderungen..durch den endemischen nebeligen Wald von Belouve im Cirque Salazie, hoch über marsähnliche Landschaften auf den immer noch sehr aktiven Vulkan Piton de la Fournaise, hoch und runter durch die Schlucht Bras Rouge im Talkessel von Cilaos, einmal schwitzend in kurzen Klamotten zu Fuß und am Tag drauf im Neo und mit Helm, teils abseilend, teils rutschend und teils einfach ins Wasser springend beim Canyoning..und dann final im Cirque du Mafate, dem einzigen der drei Talkessel, der nur zu Fuß oder per Hubschrauber erreichbar ist..alle sehr schweißtreibend und voller faszinierender bis atemberaubernder Eindrücke..fürs Auge, für die Ohren oder für die Nase.. die Insel ist schlicht ein Erlebnis für alle Sinne..

Da bleibt der Sinn für puntekonforme Ernährung einfach mal auf der Strecke. Aber so eine Reise macht man (hoffentlich doch nicht) nur einmal. Und ich bereue nix, es war wunderbar. Und ich weiß nicht ob ich das alles so toll hätte erleben können wenn ich wie vor noch einem Jahr 40 Kilo mehr überall hätte mit hinschleppen müssen..eher nicht.

Zurück zuhause bin ich wieder voll im Programm, mit ein paar Kilos mehr, die ich sicher bald wieder quitt bin, wir werden sehen.. gleich geht’s zum finalen Vermessen ins Optifast-Zentrum, kaum zu glauben dass es schon genau ein Jahr her ist..und wie ich vor einem Jahr aussah und wie heute. Es war eine wilde Reise, also die letzten 52 Wochen, und ich hätte nie zu träumen gewagt heute so weit zu sein..

Hehe, und nun hab ich grad die Vorher-Nachher Fotos bekommen und muss schon sagen, HAMMER! Vor allem die Aufnahmen von der Seite sind doch wirklich beeindruckend. Da wird mir erst so richtig gewusst was fast 40 Kilo ausmachen..seit Freitag ist auch eines der Hochzeitsreisekilos wieder weg, heut morgen lag ich bei 98,4kg..und ich schaff es auch weider auf die „jippiehichhabvierzigkiloabgenommen“-Marke. Das Foto häng ich mir groß in all meinen Zuhauses auf, als Warnschusss, sollte doch mal die Verlockung kommen. Und das wird sie.

Eigentlich wäre meine Optifast-Story damit nun zuende, aber ich will auch gern weiterhin vom Leben danach berichten, nicht zuletzt weil mir die (teilananonyme) Öffentlichkeit sehr geholfen hat durchzuhalten. Und Bedarf sich zu erinnern und zu motivieren gibt es genug.. zu groß sind die Verlockungen die einen vom erlernten Weg abbringen könnten.. grade jetzt, wo es wieder kalt und ungemütlich wird fällt der Sport schwerer.. aber dafür hab ich mein Rudel. Unsere Gruppe hat sich  – fast geschlossen und mit ein paar Zuwächsen – entschlossen, gemeinsam weiterhin dienstags für den Stuttgartlauf nächstes Jahr zu trainieren.. wir wollen den 7km-Lauf als Optifast-Rudel absolvieren um zu zeigen was möglich ist. Heute abend startet die erste Trainingseinheit und ich bin gespannt, denn außer den verhassten 3 oder 5km Läufen in der Schulzeit war ich nie wirklich laufen.. walken ok, aber Laufen.. naja, ich lasse mich mitreissen und hoffe sehr, dass ich Gefallen dran finde. Denn nicht nur hier in Stuttgart, auch in Koblenz gibt es wunderbare Laufstrecken.

Also, das waren 52 Wochen, beschwingt geht es weiter. Aber die harte Phase kommt jetzt noch..ohne Wochenmeeting und angewiesen auf die eigene Disziplin. Ich merke jetzt schon dass immer wieder Versuchungen lauern, sei es nur das kleine Glas mit Erdnussmuß das noch hinten in meinem Kühlschrank lauert.. ein Teufelszeug.. in Maßen gut um mal rote Punkte zu killen.. aber eben nur in Maßen und nicht in Massen wie sie einem manchmal vorschweben.. genauso bei der Schokolade, weswegen ich keine kaufe. Ich frage mich, ob irgendwann auch das Verlangen danach nachlässt, so dass man einfach dran vorbeigehen kann im Laden und sie nicht immer aktiv links liegen lassen muss.. das wäre komfortabel.

Mein Hirn dreht sich schon noch ziemlich um das Thema Essen, da ticke ich noch lange nicht normal..fraglich ist, ob sich das je ändern wird.

Herrje, ziemlich durcheinander dieser Post.. ich verspreche Besserung…in jeder Hinsicht.

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