Beiträge mit dem Schlagwort: Leidensdruck

Neue Motivatoren…ich bin eben doch (auch) fremdgesteuert…

Vier Monate, so lange liegt mein letzter Beitrag zurück. Und eigentlich sollte ich nun brav am PC sitzen (ok, das tue ich) und meinen Beitrag schreiben, den ich jemandem in Stuttgart Hohenheim versprochen habe. Dort schreibt man nämlich ein Buch in dem auch meine paar Seiten vorkommen sollen was mich mehr als freut und ehrt. Beim Schreiben (wie ich eben bin, einfach drauf los) ist mir dann aber doch aufgefallen, dass das ja schon eine ganze Zeit zurück liegt und so bin ich dann doch erst mal wieder ans Lesen gekommen. Wie war das „damals“ was hab ich gefühlt und erlebt… zum Glück kann ich – und ihr –  das hier ja alles prima recherchieren.

Nun ja und dabei ist mir aufgefallen, dass mein letzter Post nun auch schon wieder eben diese sehr langen vier Monate zurück liegt. Zum Moselschwimmen bin ich wirklich gegangen, mit meinem Mann und wir sind auch beide mit den anderen die 3.8km geschwommen. Gebraucht haben wir ca. 2h und es war wunderbar. Denn es war zufällig der heißeste Tag des Jahres, mindestens 40°C und was anderes als Schwimmen hätte ich ohnehin nicht zustande gebracht. Bis auf ein paar Meter bin ich dann aber doch nur Brust geschwommen, denn die Mosel ist eben kein grades Becken mit klarem, durchsichtigen Wasser und super Orientierung rechts und links. Und so kommt man beim Kraulen immer wieder vom Weg ab und schwimmt zickzack. Macht aber nix. wir sind die ganze Zeit geschwommen, nur einmal hab ich ein Stück gewartet weil ich meinen Gatten verloren hatte. Das hat schon ein wenig Überwindung gekostet, den „Run“ zu unterbrechen aber ich hab mir (ganz typisch) schon wieder die schlimmsten Szenarien ausgemalt, was passiert sein könnte.. dabei war ich nur kurzzeitig in einen Geschwindigkeitsrausch verfallen und hatte ein bisschen Abstand gewonnen. Dafür liebe ich meinen Mann übrigens umso mehr und immer wieder: Er macht mit, fast egal wie bekloppt und ggf. konträr zu seinen Vorstellungen meine grade akuten Ideen und Wünsche auch sind: er macht mit, unterstützt mich, ist dabei. Schüttelt sicher so manches mal das Haupt und denkt sich seinen Teil, aber er ist für ich da. Sagt nicht nur, jaja Frauchen, geh du mal in der Mosel plantschen, nein, er kommt mit. Genauso wie morgens früh, wenn ich ins Bad zum Schwimmen will.. er ist KEIN Frühaufsteher, trotzdem kommt er mit und lässt sich von mir überrunden (kein Wunder, ich kraule, er schwimmt Brust, sobald der krault seh‘ ich nur noch Schaum..) und mich hinterher damit prahlen, dass ich schneller er war…dafür liebe ich ihn. Er duldet meine bekloppten Ideen und Launen nicht nur.. er mag sie sogar und mich dafür und nur manchmal trotzdem.

Jedenfalls haben wir die Mosel bezwungen und waren mächtig stolz. Nächstes Jahr wieder, da lad ich mein Schwimmrudel aus Stuttgart ein, das wird ein Spaß.

Seitdem haben wir noch so manche morgendliche Schwimmrunde im Bad absolviert, nicht ganz so regelmäßig wie ideal gewesen wäre, aber immerhin. Ich war ein paar Wochen regelmäßig ein bis zweimal die Woche beim Zumba, ist grade ein bissl eingeschlafen..wir waren laufen, wandern, den Fiffi spazieren führen und haben einen grandios sportlichen ersten Hochzeitstag gefeiert. Wir sind nämlich zu dem Anlass per Rad von Koblenz nach Bad Godesberg gefahren. 60km je Strecke. Dafür dass unsere bisherigen Radlrunden eher auf ca. 15km beschränkt waren keine schlechte Leistung, oder? OK, abends waren wir platt und haben die verbrannten Kalorien bei der Einladung zum Candle-light-Dinner auf der Godesburg, dem Ort des Geschehens, mit fantastischem Essen und Wein wahrscheinlich mehr als überkompensiert. Aber: wir sind am Tag drauf nicht wie mal angedacht mitm Zug zurück gefahren sondern wieder mitm Radl. Trotz trübem Wetter und trotz schmerzendem Poppes…und haben uns drauf gefreut, dass ja bald der Radweg von Bonn nach Berlin existieren wird… 1000km, die wir dann auch mal in nem Urlaub in Angriff nehmen werden..wenn es dann so weit ist.

Also es kommt mehr und mehr Bewegung in den Koblenzer Alltag. Noch nicht so viel stringente Routine und Konsequenz wie ich gerne hätte aber das liegt wohl daran dass bei uns derzeit nix stringent routiniert läuft, weder Privat- noch Berufsleben.

Konsequenz fehlt mir auch beim Essen, das geb ich zu. Ich werde nun abermals, diesmal wirklich, wieder mit dem Aufschreiben anfangen. Ich weiß, dass das allein mir schon hilft, besser Maß zu halten. vor allem wenn ich mich zwinge wirklich alles aufzuschreiben. Wir haben nämlich noch was beschlossen beim großen Rad-Trip: wir wollen beide bis Weihnachten 10kg leichter werden. Ich krebs nämlich shcon wieder bei 104kg rum..und die  müssen weg. Nun sind es noch genau 2 Monate und ich schreib das hier um es nochmal ein bisschen verbindlicher zu machen. Und zur Halbzeit (ab Heute) hab ich auch wieder einen Termin in Hohenheim, im Zentrum. Zum Abschluss der Studie, die ich nebenbei mitgemacht habe. und das ist auch nochmal willkommene Motivation, mich wieder am Riemen zu reißen.

Und das werde ich wohl auch als großes Fazit in meinen Beitrag schreiben. Abnehmen ist schön und gut. Dranbleiben ist aber das was am Ende zählt. Nicht zwingend kontinuierlich, aber immer wieder. Nie aufgeben. nach Setback einfach OK sagen und wieder durchstarten. Dass sich mein Leben verändert hat ist klar, das zeigt schon unser sportlicher Hochzeitstag und der Fakt, dass ich unermüdlich versuche immer wieder mehr Sport und ordentliches Essen in meinem Alltag zu zementieren. Und es gelingt. Heute morgen war ich auch draußen, 7,8km Nordic Walking am Rhein entlang. Ich geh jetzt mit meinen Schweinehunden spazieren..so nenne ich seit heute morgen meine Nordic-Walking Stöcke… Weil es gut tut. weil das Frühstück dann besser schmeckt. Und auch wenn ich das jetzt nicht jeden Morgen mache, wie ich mir natürlich adrenalin- und endorphingedoped mal wieder vorgenommen habe, dann werde ich mir doch für jedes Mal dass ich es schaffe, auf die Schulter klopfen und sagen: richtig so.

So, jetzt muss ich am Beitrag schrieben, sonst wird das wieder nix. Und dann geht’s zu „Belohnung“ fürs Wandern gestern und die Runde mit den Schweinehunden heute morgen mitm Gatten in die Therme. Schönes Wochenende!!

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TV, wrinkly raisins and the delicious sensation of melting chocolate back in the 80ies

Yesterday i was watching a series on TV called „Extrem Schwer“ – extremly overweight/hard/difficult. The plot of this show is that a really overwight Person tries to loose its weight during a year of coaching, sport and change in eating behavoiur. The person in this particular episode was a 224kg guy, who lived and worked at his parents house, helping his father with his business. He was a former football-Player, who stopped training over ten years ago pretty abrubtly and never adjusted his eating behavoiur, regarding the massive reduction of physical activity..at least that is, what he claimed caused his extreme obesity.

From the start i was quite sceptic if he would at all be successful, regarding his initial motivation. It seemed, as if he was joining the program rather based on his parents wishes than his own urge to change his life. His father refused to hand down his business to his already involved son, claiming he sees him not in the physical shape to run the business or even keep up with 8h straight work per day. according to the interview, the son behaved more as an employee than an aspiring leader.

Whatever, he started quite enthusiastic but was soon facing first bumps in the road, having a breakdown and being forced to lay of sports due to a hospital stay. But dafter all, he came very close to his goal of loosing 35 kg after the first 3 months. But after that he seemed to have lost his motivation, and the , in my opinion quite convincing and motivated coach, had a hard time getting him engaged in his action plan.

So why am i telling you about this? My impression after following the episode was: you really need to have a certain level of intrinsic motivation to be successful..and stay successful. There has to be a certain level of grievance that forces you to take action and keeps you on your toes.

I was really shocked that the guy did not seem to feel this after the first months. If you watch him, with his big big belly, that kept his thighs bumping into it with every step or stair he takes..his obvious inability to see anything of his body below his breast..

After my experience, you surely loose perspective of how fat you really are.. absolutely.. only pictures and videos show the real you, mostly in contrast to „normal“ people or even objects. Even a Mirror only lets you see what you want to see, because you kind of blend out the truth.

In the end I lost interest in the show when he found excuses one after the other not to participate in the offered actions. That again shows that he really did not want to be helped to lead a healthier life.. he was not ready to skip the fatal habits he had grown so used to over such a long time. But that is what is essential for any lasting success. You really need to be willing to start fresh, accept the costs and commit to keeping up the spirit, come what may. And in order to do so, you really need to want to succeed, because the motivation to please others won´t be enough.

And after almost 600 words in English it might be the right time to let you know why the hell i started writing this article in a different language.. well, i guess i am just inspirated by all the blogs and articles i’ve come to read in english in the past weeks and months..and just wanted to try if i can put my experiences down in understandable written english…so be my guest judge me..;o) After all: writing in english is not the reason for me being quiet for quite some time since my last post.. reasons for that have rather been my full time job, sports, flat-hunting for my fiancé and sometimeinthefuture-me as well as the preparations for our wedding in early october..

In one of our last psycho-sessions our assigned psychologist was absent due to sudden ilness. So we had a substitute filling in for her. That was some nice experience, because its always an experience to have another perspective reflecting your achievements.. for me at least. She did a nice little experiment with us, she called it „eating with beginners spirit“ – very freely translated, i guess.

The task was to choose a single raisin from a plate, really choose it, not just take it and place it right in front of us. We were then asked to really look a it, inspect it, only with our eyes at first, then touch it, feel it, smell it..step by step, make associations, notice what ist nice about it, what is weird, really recognize our feelings during this inspections, reflect the thoughts that enter our mind. After those several minutes of „establishing a connection“ to „our“ raisin, we were then allowed to put it in our mouth, not chew, but first feel it, taste it..then softly take one bite at it, then feel and taste again..and again.. after all experience a very slow, observing and attentive eating operation of a single raisin.

After having stretched this experience to the fullest and taking a short break to really loose the taste of the raisin in our mouths, the next step was to just grab any amount of raisins – as we would usually do – put them in our mouths, chew and swallow them the „conventional way“.

Not surprisingly, we did not enjoy the second part of the experiment quite as much as the first.

So what is the Plot of the little raisin-story? Eating something like its the first time can really give you back that great experience all kinds of foods have to offer: special tastes, consistencies, smells, feels…and it really is eating in/at another dimension. How much one can enjoy the taste of a raisin, who – like me – normally is not very fond of those wizen, dry grapes that you find everywhere, from cakes over granola to spanish spinach.. To be honest i did not get a flash of positive associations with that wrinkly raisin in my hand or mouth.. i merely rememberd my habit of eating those delicious belgian jaques chocolate pieces, my grandma gave us back when we were kids. I always broke off one single bar, wrapped a piece of the aluminum foil around the small part, that had the person on a horse embossed in it, an then slowly sucked off the melting sweet chocolate from the opposite end of the bar…there was no greater combination of taste and feel than melting milky chocolate. That´s what i was thinking about during that raisin experiment.

One should really take the time to enjoy food as much as possible, take the time, really get in touch with what you put in your mouth. It´s absolutely worth ist.

So, if by now you´re wondering what this post is really about..you are not alone.. i even have a hard time choosing a headline.. the result you see above.. maybe that is because this article grew over some weeks and in several sessions. It´s an experiment..after all, i just wanted to write something again.. and in english.. have fun with the result.

So long!

To make sure that there is at least some relevant sense to this post: i´ve reached stabilisation at 96kg..what puts me down to a total of -40kg after 41 weeks….and i am really happy about it..not to say proud.

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Finally….

..ich bin ein UHU (wiege weniger als 100kg…für die, die denken ich bin plötzlich so eine Art ehrwürdige Eule und freu mich drüber)

Eigentlich hasse ich diese albernen Bezeichnungen und Phrasen wie „in alte Gewohnheiten/Muster zurückfallen“, „die Ernährung umstellen“, etc.. aber ein UHU bin ich nun, offiziell seit vorvorletztem Dienstag, denn da zeigte auch die Waage im Zentrum zum ersten mal vor dem Komma nur noch 2 Stellen..und dahinter eine 5. Ein Wahnsinns-Gefühl. Wobei man sagen muss, es ist nur eine Zahl auf der Waage. Morgens, entleert und nackig auf der Waage hatte ich sie schon vor ein paar Tagen mal, aber eben nicht beständig..wie jetzt seit den Dienstag. Ein kleines Highlight in der Früh aber beim Frühstück schon wieder vergessen..was an sich zeigt, dass das Gewicht nicht alles ist. (Ge)Wichtig für mich ist eher die sich immer noch verändernde Form meines Körpers..also das er eine definierte hat. Und die sieht man und fühlt man, egal ob ich manchmal nur von links nach rechts laufe, mich im Spiegel oder nem Fenster seh , mich am Rücken kratze und dabei keine Röllchen und Poster fühle sondern feste Muskeln und Knochen.. unter schlabbriger Haut, klar, aber ich fühle sie .. und ich sehe sie. Oder ich sitz im Auto und sehe wie dünn meine Oberschenkel geworden sind.. oder pass einfach so in einen Stuhl mit Lehne..recht und links schnürt nicht nur nix ein, es bleibt auch noch Platz. irre.

Das mag für jemanden der nie so fett war wie ich nix Besonderes sein aber man muss sich mal vorstellen, dass ich ja eigentlich seit der Grundschule, 2./4. Klasse dick war. Nicht irre dick aber auch alles andere als schlank oder nur ein bisschen mollig. Ich kenn das also garnicht, wie das ist, so einen Körper zu haben. Und deshalb bin ich schon auf eine Größe 44746 stolz und hab kein Problem damit sie zu zeigen.. naja fast kein Problem, den Bikini, den ich mir schon gekauft habe werde ich mir erst noch ein bissl im Fitnessstudio erarbeiten. Aber ich hab am WE unzähliche gleichfigürliche gesehen, die ohne Bedenken „indermitteohne“ rumlaufen.. warum also ich nicht?

Shoppen wird auch grad zur Droge. Kein Wunder, ich kann einfach so in nen Laden gehen und muss nicht am Ende der Stange suchen sondern kann mittendrin  anfangen zu probieren. Das klingt normaler als es für mich ist. War am vorletzten Freitag mit Schwester und Mama shoppen, und wir waren in Läden wo ich früher nur andere mit Kleidern versorgt habe, für mich musste ich da nicht mal gucken und wenn es was in großen Größen gab, dann war man da mit zwei Blicken durch. Jetzt kann ich tatsächlich nicht nur selber gucken, ich habe Auswahl. Ich kann es mir leisten, wählerisch zu sein. Klingt jetzt vielleicht dramatischer als es ist, ich hab immer was zum Anziehen gefunden und musste auch aus Not nie was tragen das mies aussah. Aber es ist einfach eine Umstellung, in einem Laden wirklich gucken zu können, nicht vorher schon zu wissen, dass es eh nix gibt. So hab ich dann auch gleich ein schönes Kleid erstanden und Sonntags drauf stolz getragen. Bis zum Knie gehts..kräftige, muskulöse Waden habe ich immer noch, blaue Flecken, Tattoo und Kratzer auch.. aber das ist auch OK so, so dünne, grazile Stelzchen werde ich nie haben…da muss ich nicht drauf warten.

Am WE konnte ich sogar in meinem Kinderzimmerkleiderschrank shoppen gehen, da ging nämlich noch ein altes Jeanskleid von mir, das ich früher (ja, das darf man sagen, wenn es mehr als 10 Jahre zurück liegt, auch wenn man erst 32 ist.) sehr gerne getragen habe…zuletzt mit 15 glaube ich.. reingeschlüpft..und es passt..irres Gefühl.

Und beim Paddeln am WE war mal nicht meine Seite vom Boot die tiefste Stelle..auch cool. Man ist doch um einiges unbeschwerter unterwegs. Und auf den Fotos erschrickt man nicht angesichts der Masse die da erst richtig sichtbar wird.. man denk, joa, so seh ich jetzt aus. Früher ist mir auch immer erst auf Fotos so richtig klar geworden wie dick ich eigentlich bin. Man gewöhnt sich doch erschreckend schnell and ie einen umgebende Masse, man blendet sie schlichtweg aus. Und es sind dann immer Kleinigkeiten die einen erinnern, was die Realität ist. Ein Stuhl, der garnicht soo eng aussieht, es dann aber doch ist. Ein Drehkreuz bei dem man sich seitlich dreht um nicht anzustoßen.. und auf das man hinterher ungläubig guckt…pass ich da wirklich nicht durch??? Eine Hose die auf der Wäschespinne neben der eines „Normalos“ hängt.. und sooo viel mehr Platz braucht..

Der Blick ist oft ziemlich verklärt. Auch sagt einem ja nicht ständig jemand, Mann bist Du fett.. warum eigentlich ? Klar, man ist generell höflich und will niemandem zu nahe treten. Schade eigentlich. Ich spreche hier sicher nicht für die breite Masse aber eben für mich. Und ich wäre dankbar gewesen hätte jemand mich gepackt und gesagt: So geht das jetzt nicht mehr weiter, wir machen was. Ich kann natürlich verstehen, dass das keiner macht, wäre ja Arbeit und man könnte sich ne blutige Nase holen. Das macht kein Fremder einfach so….aber auch kein Freund? kein Familienmitglied? Warum? Weil man ggf. zickig reagiert? Und zuerst mal blockt? Was erwartet man denn? Ich glaube es kommt hier zu seeehr viele Missverständnissen. Man hat als Dicker nicht nur einen Fettpanzer, oft auch einen künstlichen Selbstbewusstseinspanzer, der einen sehr viel resoluter erscheinen lässt als man ist. Der oft vorhandene und geliebte Humor von Dicken ist nicht selten nur eine Schutzfunktion, zumindest zu einem großen Teil.. soo lustig ist das Leben nämlich nicht.. aber es geht einfacher wenn man sich selbst drüber lustig macht…bevor es andere machen.

Ich für meinen Teil hab mir insgeheim immer gewünscht, dass jemand mal so viel Interesse und Engagement zeigt, mit mir über den ersten Satz hinaus übers Abnehmen zu sprechen. Ich bin (mittlerweile) ziemlich schlagfertig und wohl auch immer schnell sehr direkt, so dass alle schnell eingeschüchtert sind.. sich entweder denken, ok, die will nicht, ok, die hats im Griff..was selten stimmt. So hab ich schon sehr früh reagiert. Ich weiß es noch wie heute: ich war auf der Waage gewesen, Mama war dabei, ich wog 60 Kilo, viel zu viel für mein Alter, dass ich ehrlich vergessen habe, schätze 10/11.. Meine Mama fragte: Und, was willst Du nun tun? Ich sagte: Gewicht halten, reinwachsen.. Damit war das Gespräch zuende..mit einem Lacher auf beiden Seiten.

Das Problem war aber alles andere als gelöst. In der Teenie-Zeit hab ich dann beim BRAVO-Lesen öfter mal Berichte über Programme für dicke Kinder gelesen und die dann zuhause rumliegen lassen, in der Hoffnung, dass man mich drauf anspricht, ob ich nicht auch mal sowas machen will.. direkt zu fragen hab ich mich nie getraut.. dabei wäre es mein sehnlichster Wunsch gewesen. Aber direkt um Hilfe bitten, das kann ich bis heute nicht. Und das ist sicher auch ein Grund, warum ich so dick geworden bin. Es ist eine Art Teufelskreis: Du bist unsicher, wirst gehänselt, frisst den Frust und die Enttäuschung in dich hinein, legst Dir nach und nach ein dickeres Fell zu, wirst schlagfertiger, wirst krasser behandelt, reagierst krasser bis man denk es macht dir nix aus.  Lässt dir keine Schwächen anmerken, fragst nicht um Hilfe. Und weil es so einfacher ist, bietet auch keiner welche an. Und das gipfelt dann irgendwann darin, dass deine so über die Jahre gewachsene resolute Persönlichkeit wohlwollende Menschen davon abhält Dir Hilfe anzubieten, a) weil sie denken du schaffst es allein (auch wenn das offensichtlich falsch ist) und/oder b) du Angebote und vorsichtige Nachfragen automatisiert mit kecken Sprüchen abschmetterst, ohne es zu wollen, reflexartig. Was am Ende herauskommt ist alles andere als zufriedenstellend oder gesundheitsförderlich. Ich reagiere wirklich oft vorschnell, reflexartig. Nicht selten denke ich Bruchteile von Sekunden später: Musste das sein? Das Gegenüber ist verprellt, beleidigt, verletzt und unternimmt keinen weiteren Versuch mehr. Was ich persönlich aber wiederum nicht nachvollziehen kann. Bei Leuten die mich nicht gut kennen, OK, die denken ich wills nicht anders. Aber bei Leuten die mich gut kennen, mit denen ich darüber gesprochen habe,..die wissen dass das für mich ein Problem ist, und die wissen dass impulsive Reaktionen bei mir nicht immer ernst oder persönlich zu nehmen sind.. warum haken die nicht nach? warum lassen die auch alles gleich fallen? bin ich nicht wichtig genug um mal hinter die Fassade zu gucken? Lohnt der Aufwand nicht?

Wenn ich jetzt Bilder von vor gut einem Jahr ansehe denke ich: wenn dieses Aussehen kein Hilfeschrei ist, was dann? Wie kann man ernsthaft glauben dass jemand so glücklich ist? Wie kann man glauben dass sich so jemand im Griff hat und in der Lage ist, sein Leben zu überleben?

Ich bilde mir ein genau diese Scheu vor dem ggf. schmerzhaften Blick hinter die Fassade gegenüber anderen nicht zu haben und ecke deshalb immer wieder an..aber ich habe eben den Drang, Probleme anzugehen und zu lösen, sei es schmerzhaft, es geht einem danach umso besser.. grade wenn man sich eigentlich nicht öffnen will, mir tut es immer gut, wenn mich dann doch jemand knackt und mit mir gemeinsam die Wurzeln des Problems erkundet. Aber es ist natürlich unbequem und längst nicht jeder hat den Mut oder die Lust dazu. Verdrängen ist einfach viel zu bequem..bis zu einem bestimmten Punkt. Und auch diese Beharrlichkeit ist nicht einfach. Noch immer bin ich nie sicher, dass das gegenüber den Einsatz zu schätzen weiß, ihn will oder einfach nur erduldet um nicht noch mehr konfrontiert zu werden. mein Wunsch an dieser Stelle: Mund auf, sagt was ihr wollt udn was nicht. Ich mach lieber ein bisschen zu viel als auch nur einen Funken zu wenig. Schlichtweg weil ich erlebt habe wie es ist, wenn eben genau dieser Funken fehlt.

Was sehr schwer ist: sich selbst zu unterstützen, also Helfer und Geholfener in einem zu sein. Und es ist ggf. auch einfacher anderen zu helfen als sich selbst mit den eigenen Problemen auseinanderzusetzen und sie anzugehen.  Manche Probleme, das sei hier zugegeben, lösen sich auch von alleine in Wohlgefallen auf, wenn man sie aussitzt.. aber das fällt mir seeehr schwer…einfach abwarten, dass jemand oder die Zeit sich meiner annimmt…Warten ist keine meiner Stärken.

Ich bin sehr froh, dass ich schlussendlich dann doch die Kurve bekommen habe und mir Hilfe gesucht habe. Und sicher atmen auch Freunde und Verwandte auf, dass ich es selbst geschafft habe und sie nicht mehr intervenieren müssen.

Im Hinblick auf den UHU-Status: damit das konsequent so bleibt haben wir gestern mal festgelegt, dass ich nochmal eine Punkte-Stufe runterspringe, also wieder weniger esse um ein paar Sicherheitskilos zwischen die böse 100 und mich zu bringen.. gestern waren es schon 1,1 aber es sollen ein paar mehr werden, nur zur Sicherheit, dieses Pendeln um die 100 ist nämlich nervig und demotivierend. Also heissts: ein bisschen einschränken und gucken was passiert.. die Reduktion in der Stabilisierungsphase ist durchaus OK, wenn man sein Gewicht über mehrere Wochen mehr oder weniger gehalten hat und das habe ich ja. Einige Gruppenkolleginnen reduzieren auch nochmal stärker, beuteln wieder tageweise, aber das wäre mir jetzt zu krass, auch wenn ich noch weit vom Ideal-Gewicht entfernt bin. Wohlfühlgewicht hab ich schon, zumindest für jetzt, und will meinem Körper nicht zu viel zumuten.

Hui, so bin ich vom UHU zum Problemlöseenthusiaten geworden..in knapp 1800 Wörtern.

 

 

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Subjektives

Ich hab mich im Vorfeld zum Einstieg in dieses Programm ausführlich im Internet informiert und auch beim Zentrum in Stuttgart Unterlagen angefordert und gelesen. Man kann schon sagen dass ich ein recht skeptischer Mensch bin, der jedoch mit einer außergewöhnlichen Begeisterungsfähigkeit gesegnet ist.. wenn  der Informationsstand stimmt. Auf der Recherche im Netz bin ich ziemlich schnell auf vor allem kritische Stimmen gestoßen, die moquierten, das sei nur wieder ein Programm, das den Leuten das Geld aus der Tasche ziehe, die Betreuung sei hemdsärmlig bis dürftig und der Misserfolg in Form des gefürchteten JoJo-Effektes vorprogrammiert. Klar hat mich das skeptisch gemacht. Aber erstens waren und sind die meisten kritischen Stimmen bereits einige Jahre alt und seitdem hat sich dieses spezielle Programm entscheidend weiterentwickelt..und ich habe weitergelesen und auch die teilweise recht werbewirksam inszenierten und dargebrachten Erfolgsstories studiert. Es geht also. Und die Studienauswertungen zum Langzeiterfolg versprechen ja auch nicht sooooo wahnsinnig viel. Angesichts meiner zu verlierenden Masse von über 40kg und den in Aussicht gestellten Durchschnittswerten vom 15-20kg pro 52-Wochen-Programm hätte ich auch sagen können, ok vergiss es, das müsste ich ja zweimal machen damit es reicht.

Aber was „reicht“ denn? Egal wieviele Kilos mir hinterher fehlen, es wird sich gelohnt haben, denn es sind mehr als vorher (welche mir fehlen).. und bislang läuft es gut, in 4 Wochen ca. 10 kg (heut abend weiß ichs offiziell) können sich sehen lassen. Ich weiß auch dass die ersten 12 Wochen Fasten nicht die schwersten sind, auch wenn es mir manchmal so vorkommt..voller Entbehrungen und teilweise neidisch auf andere Teller blickend. Aber ich weiß auch genau warum ich diesen Schritt gegangen bin und dass er einen Abschluss mit dem bisherigen, schlechten wenn auch genussvollen Lebenstil bedeutet. Ein Zurück darf es nicht mehr geben. Auch „werde ich nicht abgenommen“, ich muss aktiv dazu beitragen erfolgreich zu sein, umdenken und erfolgreich bleiben. Wenn es nachher nicht funktioniert liegt es sicher nicht daran, dass das Programm oder gar die Betreuuer versagt haben. Es liegt dann daran, dass ich eben doch nicht umgedacht habe und mich wieder in alte Muster haben zurückfallen lassen. Und das kann doch wohl nur meine Schuld sein. Und selbst wenn die Betreuer und „das Programm“ versagen sollten, bin ich es schuld, der das zulässt und sich drauf ausruht.

Ich bin ja auch nicht „fremdverfettet“ worden. Es ist recht leicht, die Schuld abzuwälzen und es gibt sicher auch immer mehr als gut geeignete Opfer und Umstände, die wunderbar der Rechtfertigung dienen. Klar hatte ich meine Problemchen im der Kindheit, hätte mir mehr Support und Ansprache gewünscht, obwohl ich die jederzeit hätte bekommen können, hätte ich offen danach gefragt. Kein kleines Kind oder junger Teenager ist in der Lage, eigenständig massives Übergewicht zu regulieren.. wie auch? Aber mal ehrlich, auf Eltern hört man dann eben auch nicht. Jedenfalls tut man gut daran ab einem gewissen Alter und spätestens mit dem Anspruch, auf eigenen Beinen zu stehen, dies auch zu tun, vollumfänglich und selbstverantwortlich. Was nicht heisst dass man alles selber erledigen und meistern muss, aber  dass man sich eben ggf. selbstständig Hilfe holt. Und dann aber auch einsieht, dass nicht der Arzt, die Lebensmittelindustrie, der böse Stress oder gar der Mond schuld haben, wenn es nicht wie geplant klappt, sondern man selbst zumindest einen signifikanten Beitrag (nicht) geleistet hat.

Ausgenommen hiervon sind natürlich Ansätze die im Grund schon idiotisch sind und jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren. Deshalb war ich auch skeptisch bzgl. der radikalen Kalorienreduktion auf 800kcal. Bei dem was ich im vorangegangenen „Programm“ gelernt hatte war das der sichere Schritt zum Misserfolg, da sich der Körper entsprechend anpassst, verbleibende Kalorien noch besser auswertet und man sich so den Grundumsatz ruiniert und bei Umstellung auf nochmale Mengen/Kalorienzufuhr, fix wieder zunimmt. Da die Umstellung im Optifastprogramm aber schleichend und individuell erfolgt und man die Zufuhr nur solange steigert bis man sein Gewicht stabil hält, auch über einen entsprechenden Zeitraum hält, reduziert die Skepsis…nicht auf Null aber so sehr, dass ich es unbedingt versuchen will.

Klar, wenn man nach erfolgreichen durchfasteten 12 Wochen auf die abgenommenen Kilos mit einer Schlemmerparty reagiert.. was soll da schon bei rauskommen als rasantes Jojoing? Dann hat man aber meines Erachtens nach auch nicht wirklich etwas gelernt. Ich stelle mich jetzt schon darauf ein, dass ich auch in Zukunft in Zurückhaltung üben muss, wenn ich nicht wieder so dick werden will. Das geht einfach nicht zusammen bei meiner Physis.. viel Essen und normalgewichtig werden/bleiben, auch wenn ich schon relativ viel Sport mache. Die Psychologen im Programm sagen dass sich das Empfinden für die richtige Menge noch einstellen und verbessern wird aber bislang merke ich da nix von.. die Portiönchen zu je 200-250ml befriedigen mich selten. Selbst nach einer doppelten Portion könnte ich gerne noch was essen, voll fühle ich mich dann nicht…aber ich gebe zu dass ich auch trainiert bin, mir viel größere Mengen  einzuverleiben. Vielleicht reguliert sich das noch. Was ich aber jetzt schon erlebe und was mich optimistisch stimmt, ist dass man es durchaus aushalten kann, Verlangen nach etwas zu haben und dem nicht nachzugeben. Klar ist es beglückend die lecker riechende und anzuschauende Bratwurst o.Ä. zu essen..kurzfristig.. es ist aber auch beglückend am Ende des Tages sagen zu können: nein, keiner Versuchung erlegen. Und die Hoffnung bleibt, dass sich das Verlangen reduziert… es sind ja noch einige Woche zu absolvieren.

Was mir aber wichtig ist und auch der eigentliche Anlass zu diesem Beitrag war, ist die sehr weit verbreitete Meinung, dass es gute und schlechte Abnehmprogramme gibt und deren „Qualität“ über den Abhnehmerfolg entschiedet. Ich denke das ist (zumindest teilweise) falsch. Klar gibt es für jeden persönlich geeignete und ungeeignete Programme und Diäten. Aber Abnehmen beginnt im Kopf und hat viel mit Willen und dem richtigen Zeitpunkt und ausreichendem Leidensdruck zu tun. Und den kann man selber haben oder aber man holt sich den entsprechenden Support, psychologisch, ärztlich, persönlich, den man benötigt, und der einem gibt, was man braucht. Und wer es nicht durchhält dem sind die Konsequenzen nicht bewusst, egal, oder der hat sich selbst bereits aufgegeben.

Ich brauche z.B. den Support einer Gruppe und meines unmittelbaren Umfeldes. Nicht weil es ohne garnicht geht, sondern weil es mit eben besser geht. Ich bin nunmal schwach, habe aber die Eigenart unter „Beobachtung“ eine bemerkenswerte Disziplin an den Tag legen zu können. Deshalb nutze ich diese Eigenart und tausche mit mit der Gruppe aus und habe mir ein Programm gesucht, das von entsprechend kompetentem Personal betreut wird. Und wenn mir das nicht reicht werde ich eben weiteren Austausch initiieren. Gerade als „Kunde“ eines Diätprogrammes sollte man sich nicht in die Konsumentenrolle zurückziehen, wie eigentlich nie im Leben. Aktiv mitgestalten und reagieren, wenn die Erwartungen untertroffen werden ist sicherlich die erfolgreichere Strategie…immer und überall.

Denn  nur wenn man selber mitgestaltet und selbst anpackt kann man hinterher auf den Erfolg stolz sein. erstens weil er dann sicher da ist und zweitens weil man ihn auch sich selbst zu verdanken hat.

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